Wie können Banken ihre Cybersicherheit verbessern?
Finanzdienstleister haben jahrzehntelang sehr hart am Cyberrisikomanagement gearbeitet. Der jüngste Bericht der Bank of England zeigt jedoch einen Anstieg jenes Anteils an Banken, die sagen, dass ein Cyberangriff das Risiko ist, das sie am schwierigsten bewältigen könnten. Warum ist die Cybersicherheit immer noch so ein Problem?
Palo Alto Networks nimmt das Thema „Cybersecurity im Finanzsektor“ unter die Lupe und gibt fünf wesentlich Ratschläge.
Die Grundlagen der Finanzwirtschaft verändern sich nur langsam, doch die Technologie in diesem Sektor entwickelt sich in einem rasanten, weiter zunehmenden Tempo. Genau dies wird von den Cybergegnern ausgenutzt. Das häufigste Ziel für Kriminelle ist der finanzielle Gewinn. Durch die Digitalisierung von immer mehr Finanzprozessen wird der Weg zu kriminellen Einnahmen kürzer und die „Renditen“ werden größer.
Sicherlich hätte die Finanzbranche lernen müssen, wie man diese Angriffe verhindern kann. Hierzu gilt es jedoch auch die Auswirkungen eines immer komplexeren und sich weiterentwickelnden FinTech-Umfelds zu berücksichtigen. Die PSD2 (Payment Service Directive 2), eine EU-Richtlinie für Zahlungsdienstleister, zielt darauf ab, die Lieferkette für viele weitere Finanzdienstleister zu öffnen.
Hinzu kommt die bestehende technische Infrastruktur des Bankensektors. Die IT-Anbieter entwickeln ihre Technologie immer schneller weiter, aber selbst finanzkräftige Banken können nicht im gleichen Tempo auf neuere Plattformen migrieren. Schließlich gibt es noch den Faktor „Mensch“, einschließlich des schlechten Sicherheitsbewusstseins und des Mangels an Fachkräften und Expertenwissen im Bereich der Cybersicherheit.
Damit sich etwas ändert, sind nach Meinung von Palo Alto Networks die folgenden Maßnahmen erforderlich:
- Finanzdienstleister müssen ihre komplexen digitalen Prozesse in Echtzeit sichtbar machen. Das mag einfach klingen, aber allzu oft gibt es eine Trennung zwischen Technologie und Geschäft. Ohne eine ganzheitliche Ausrichtung lässt sich nicht definieren, ob Aktivitäten im Netzwerk regulär erfolgen oder ob sie einen bösartigen Hintergrund haben.
- Schnellere Freigabe von Cybersicherheitsmaßnahmen bei Finanzinstituten. Agile ist ein Begriff, der in Vorstandssitzungen von Banken und anderen Unternehmen häufig verwendet wird. Doch während DevOps-Teams heute Cloud-Computing-Ressourcen in Millisekunden kaufen können, werden die meisten Sicherheitsfunktionen in festen Mehrjahresverträgen erworben. Die Cybersicherheit muss berücksichtigen, dass eine Bank Anwendungen und digitale Dienste heute über mehrere Kanäle hinweg erstellt. Wenn Banken einen Cloud-first-Sicherheitsansatz in Betracht ziehen, können sie sich besser darauf konzentrieren, mit der digitalen Transformation Schritt zu halten.
- Verringern der Angriffsfläche. Für Banken ist es nur allzu leicht, sehr offene, vernetzte Systeme zu nutzen, da diese schneller und einfacher zu implementieren sind. Die Herausforderung besteht darin, nicht zu wissen, woher das nächste Risiko kommt oder wie weit es sich auswirken könnte. Immer mehr Banken müssen auf das Konzept des „Zero Trust Networking“ umstellen. Durch eine bessere Abstimmung zwischen Geschäftsprozessen und Technologie lässt sich sicherstellen, dass stets nur der erforderliche Zugriff gewährt wird, was die Auswirkungen im Falle eines Sicherheitsvorfalls reduziert.
- Die grundlegenden Hausaufgaben erledigen. Viele der Grundlagen guter Cyberhygiene gibt es schon seit vielen Jahren. Die Umgebungen, in denen sie angewendet werden, ändern sich jedoch ständig. So wird beispielsweise die Hälfte der Geschäftspasswörter in Public-Cloud-Bereichen schlecht definiert und verwaltet.
- Cybersicherheit viel stärker automatisieren. Angesichts der zunehmenden Vernetzung der Banksysteme ist ein klar definierter Veränderungsprozess nötig, also eine „einzige Quelle der Wahrheit“, an der alle arbeiten. DevOps-Strategien im Banken- und Finanzdienstleistungsbereich bedeuten, dass täglich oder wöchentlich Hunderte oder Tausende von kleinen Änderungen vorgenommen werden. Solche Modelle erfordern einen hohen Automatisierungsgrad. Sicherheit sollte in jeden dieser Prozesse nativ eingebettet werden. Darüber hinaus sollte ein Übergang zu DevSecOps vollzogen werden. Dies erfordert sowohl die richtigen nativen Integrationspunkte in die digitalisierten Geschäftssysteme als auch Automatisierung, um diese in die Änderungsprozesssteuerung zu integrieren. Die Angreifer agieren zunehmend automatisiert, so dass Cybersicherheitslösungen das gleiche Tempo mitgehen müssen, um Beeinträchtigungen der Geschäftskontinuität zu vermeiden.
Wie in anderen Bereichen erfordert die Cybersicherheit im Bankensektor eine automatisierte Betriebsplattform. Auf dem Weg zur digitalen Transformation ist es wichtig, dass präventive Cybersicherheit standardmäßig in neue Finanzsysteme integriert wird. Ein sich entwickelndes Problem digitaler Natur erfordert eine sich ebenfalls entwickelnde Cybersicherheit für die Branche.
Druckversion Wie können Banken ihre Cybersicherheit verbessern?
Zum Thema
-
2018-09-24
Datensicherheit Safe-DEED
Die Research Studios Austria Forschungsgesellschaft gewinnt eine EU-Finanzierung für das besonders innovatives Projekt zur Datensicherheit „Safe-DEED – Safe Data Enabled Economic Development“.
-
2018-09-24
Europäische Arbeitnehmer sind der IT-Sicherheit überdrüssig
Obwohl man sich der Sicherheitsrisiken nach der Einführung von Gesetzen wie der DSGVO voll bewusst ist, haben europäische Arbeitnehmer die geringste Disziplin bei Cybersicherheit weltweit und zeigen Anzeichen von „Sicherheitsmüdigkeit“, so eine neue Studie von Aruba, ein Hewlett Packard Enterprise Unternehmen.
-
2018-09-24
Schwachstellen in Faxprotokoll ermöglicht umfangreiche Netzwerkangriffe
Dem Research-Team von Check Point Software Technologies Ltd. ist es durch die Ausnutzung von mehreren Schwachstellen in Faxgeräten gelungen, Malware-Angriffe zu starten. Betroffen sind über 10 Millionen Faxgeräte weltweit.
-
2018-09-24
Hacker nutzen Router von Privathaushalten, um Websites zum Absturz zu bringen
Die IT-Sicherheitsexperten von Palo Alto Networks haben eine beunruhigende Entdeckung gemacht: In neueren Untersuchungen hat das Unternehmen herausgefunden, dass Hacker speziell auf Heim-Router abzielen, um darüber die Kontrolle zu übernehmen und sie für Angriffe auf andere Websites zu nutzen, die sie zum Absturz bringen können.
-
2018-09-19
IT-Sicherheit an den Endpunkten im Bankgewerbe akut gefährdet
In einem aktuellen Whitepaper analysiert Palo Alto Networks die spezifischen Herausforderungen, mit denen Finanzinstitute hinsichtlich IT-Sicherheit zunehmend konfrontiert sind. So sieht Palo Alto Networks vor allem die IT-Sicherheit an den Endpunkten akut gefährdet. Im neuen Whitepaper stellen die Sicherheitsexperten zudem dar, wie diese Herausforderungen mit neuen Ansätzen zum Schutz von Endpunkten bewältigt werden können.
-
2018-09-19
Fünf Sicherheitslücken durch hybride IT
Prozesse sowohl im eigenen Rechenzentrum als auch in der Cloud zu betreiben, kann gefährlich sein – wenn zentrale Policies fehlen oder nicht durchgesetzt werden. Selbst wenn auf lokalen Rechenzentren optimale Sicherheit herrscht, können mangelhaft geschützte Cloud-Anbieter das System als Ganzes gefährden.
-
2018-09-20
Man-in-the-Disk: AndroidGeräte werden angreifbar
Das Research-Team von Check Point veröffentlichte Details zur Man-in-the-Disk-Schwachstelle. Dabei zeigt das Research-Team, wie sie über externe Speichermedien auf Androidgeräten die Sandbox umgehen konnten und danach erfolgreich verschiedene Angriffe gestartet haben.
-
2018-09-22
Software Defined-WAN wirklich ausfallsicher machen
Software Defined Wide Area Networks (SD-WAN) sind auf dem Vormarsch, da Unternehmen neue Technologien für eine schnelle, flexible Netzwerkbereitstellung suchen, um ihre veralteten MPLS-Schaltungen (Multiprotocol Label Switching) zu ersetzen; von Dirk Schuma *)
-
2018-09-20
“Most Wanted Malware“- Analyse für Jul
Angriffe auf IoT nehmen zu: Check Point Software Technologies veröffentlichte seinen neuesten Global Threat Index für Juli 2018. Deutlich wird dabei die Zunahme vom drei wesentliche IoT-Sicherheitslücken. Angriffe, die mit IoT-Malware wie Mirai, IoTroop/Reaper und VPNFilter in Zusammenhang stehen, haben sich seit Mai 2018 mehr als verdoppelt.
-
2018-09-19
Fünf Ratschläge für eine höhere IT-Sicherheit
Die umfassende Absicherung der IT-Systeme vor dem Hintergrund der digitalen Transformation bleibt nach wie vor eine der größten Herausforderungen für IT-Organisationen. Das zeigt eine aktuelle Studie der International Data Corporation (IDC), die von Matrix42 unterstützt wurde.
