2018-11-10 07:27:14

Globaler Mangel an 3 Millionen Experten für Cybersicherheit

Gérard Bauer

Die "Cybersecurity Workforce Study 2018" von (ISC) 2 stellt fest, dass weltweit eine Lücke von 2,93 Millionen Cyber-Sicherheitsexperten in der Arbeitswelt herrscht. Ganze 59% der befragten Cybersicherheitsmitarbeiter sind der Ansicht, dass diese Personalknappheit ihre Organisation entweder extrem oder mäßig gefährdet; von Gérard Bauer *)

„Die große Nachfrage nach Fachkräften für Cybersicherheit bedeutet, dass es Möglichkeiten für Neueinsteiger in allen Bereichen gibt. Dennoch wird immer noch davon ausgegangen, dass bestimmte Qualifikationen wie fundiertes IT-Wissen und Mathematik für die Arbeit in der Cybersicherheit unerlässlich sind. Tatsächlich verlangen viele Arbeitgeber immer noch eine Zertifizierung wie etwa (ISC)2. Dies muss jedoch nicht immer wirklich notwendig sein und verschärft nur unnötig das Problem des Fachkräftemangels in diesem Bereich. In Wirklichkeit brauchen wir Cybersicherheitsexperten, die nicht nur schnell lernen und sich anpassen können, sondern auch ein kontextuelles Verständnis des Unternehmens aufbauen, das sie schützen sollen. Somit geht es nicht nur um technische Fähigkeiten und Spezialwissen.

Ein stärkerer Einsatz von Technologie auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) kann einen wesentlichen Beitrag zur Überbrückung des mangelnden Cyberwissens und der Ressourcenlücke leisten, die im jüngsten (ISC)2-Bericht festgestellt wurden. KI erweitert die menschlichen Fähigkeiten, in einem größeren Maßstab zu arbeiten und manuelle Ansätze zu beschleunigen, was auf herkömmlichem Wege nicht machbar wäre. Da Zeitmangel als eines der wichtigsten Probleme von IT- und Sicherheitsexperten genannt wird, wäre dies von unschätzbarem Wert. Viele der im Bericht identifizierten zeitaufwändigen Aufgabenbereiche der Sicherheitsanalytik, Netzwerküberwachung, Intrusion Detection und Forensik können erheblich optimiert werden, indem KI in den Mix einbezogen wird. Wenn die Arbeitsbelastung der Analysten um das 36-Fache reduziert wird – was durchaus realistisch ist, gewinnen sie wichtige Zeit für eine wertvollere, eher handwerkliche Sicherheitsarbeit, statt wie am Fließband endlose Warnmeldungen abzuarbeiten.

Neben Produktivitätssteigerungen kann die KI auch dazu beitragen, die Zahl der verfügbaren Cybersicherheitsexperten zu erhöhen. KI senkt die technischen Qualifikationsbarrieren für den Berufseinstieg und ermöglicht es auch weniger qualifizierten Anwärtern, an vorderster Front im Kampf um die Cybersicherheit effektiv zu sein. So setzen Unternehmen bereits KI-Plattformen ein, um Nachwuchskräfte an vorderster Front der Cybersicherheitsoperationen zu unterstützen. In einigen Fällen werden hier auch studentische Praktikanten und Trainees beschäftigt. Das sind alles Mitarbeiter, die ohne eine fundierte Weiterbildung, berufliche Entwicklung und umfangreiche Erfahrung normalerweise nicht in der Lage wären, diese Aufgaben zu übernehmen. Hier gibt es schon Beispiele aus der Praxis. Dies ermöglicht es ihnen, sich schnell zu einem produktiven Mitglied des Cybersicherheitsteams zu entwickeln. Sie nutzen dabei KI, um ihre eigenen Fähigkeiten zu stärken.“

*)  Gérard Bauer, VP EMEA bei Vectra

GB

Druckversion

Zum Thema

  • 2018-11-10

    Cryptomining-Angriffe auf Apple-Geräte nehmen zu

    Check Point-Sicherheitsforscher haben bei Angriffen mit Cryptomining-Malware auf iPhones einen Anstieg von fast 400 Prozent festgestellt. Die Attacken konzentrierten sich in den letzten beiden Septemberwochen vor allem auf Nutzer des Safari-Browsers. Hierbei wurde die Mining-Software Coinhive eingesetzt, die im September 2017 erstmals auftrat und bereits zwei Monate später auf Platz 1 des Threat Indexes stand.

  • 2018-11-06

    Künstliche Intelligenz revolutioniert Kundenservice

    Unternehmen in ganz Europa setzen laut einem aktuellen Forschungsbericht von ServiceNow (NYSE: NOW) und Devoteam (DVTM.PA) auf Künstliche Intelligenz (KI), um ihren Kundenservice grundlegend neu zu gestalten. Die steigende Akzeptanz der Verbraucher gegenüber KI-gestützten Anwendungen bekräftigt diesen Trend.

  • 2018-09-19

    IT-Sicherheit an den Endpunkten im Bankgewerbe akut gefährdet

    In einem aktuellen Whitepaper analysiert Palo Alto Networks die spezifischen Herausforderungen, mit denen Finanzinstitute hinsichtlich IT-Sicherheit zunehmend konfrontiert sind. So sieht Palo Alto Networks vor allem die IT-Sicherheit an den Endpunkten akut gefährdet. Im neuen Whitepaper stellen die Sicherheitsexperten zudem dar, wie diese Herausforderungen mit neuen Ansätzen zum Schutz von Endpunkten bewältigt werden können.

  • 2018-11-06

    Mittelstand unterschätzt Gefahr von Cheftrick

    Die Mittelständler stehen für Kontinuität und Bodenständigkeit. Entsprechend unaufgeregt reagieren die Chefetagen auf Schlagzeilen über neue Arten von Cyberangriffen; von Michael Heuer *)  mehr

  • 2018-11-02

    Neuer Remote-Access-Trojaner der Hackergruppe Reaper

    Die IT-Sicherheitsexperten von Palo Alto Networks melden die Entdeckung der NOKKI-Malware-Familie, die bei Angriffen mit politischem Hintergrund verwendet wird, die unter anderem auf russische-sprachige Personen und Organisationen abzielten. Im Rahmen der Aufklärung dieser Cyberangriffe wurde von Palo Alto Networks eine interessante Verbindung zur Hackergruppe „Reaper“ entdeckt.

  • 2018-11-06

    Missverständnis rund um die Cloud-Cybersicherheit in Unternehmen

    Wenn es darum geht, wer für die Cybersicherheit innerhalb der Public Cloud verantwortlich ist, scheint es in Unternehmen Widersprüche und fehlerhafte Wahrnehmungen zu geben. Dies zeigt eine neue Studie zur Cloud-Sicherheit im Auftrag von Palo Alto Networks.

  • 2018-11-10

    NetApp stellt fünf neue Lösungen und Services vor: ONTAP 9.5, MAX Data, StorageGRID SG6060, NetApp Solution Support für FlexPod und die Flash-Performance-Garantie. Diese neuen Datenservices und -lösungen erweitern das Spektrum des NetApp Data-Fabric-Konzepts für das Management von Daten übergreifend zwischen ihrem Entstehungsort, der zentralen Datenplattform bis hin zur Cloud. So können Unternehmen das gesamte Potenzial der künstlichen Intelligenz voll ausschöpfen.

  • 2018-11-10

    SandBlast for Education

    Check Point kündigte SandBlast for Education an. Die Lösung mit dem höchsten Sicherheitsniveau wurde für Google Chromebooks entwickelt, die an Schulen verwendet werden. SandBlast for Education bietet eine einfach zu installierende Chrome-Browsererweiterung mit G-Suite-Integrationsmöglichkeiten, fügt sich in die aktuelle Cybersicherheitsinfrastruktur von Schulen ein und trägt außerdem zur Einhaltung der CIPA-Vorschriften bei.

  • 2018-10-06

    Vertraue niemanden!

    John Kindervag, ein ehemaliger Analyst von Forrester Research, war der erste, der das Zero-Trust Modell im Jahr 2010 einführte. Der Fokus lag damals mehr auf der Anwendungsebene. Inzwischen treibt Sorell Slaymaker von Techvision Research das Thema auf Netzwerkebene weiter voran. Er nennt seinen Lösungsansatz „Zero Trust Networking“ (ZTN).  mehr

  • 2018-11-06

    Die digitale Transformation erhöht das Risiko erfolgreicher Cyberangriffe

    Der umfangreiche Bericht zur Cybersicherheit wurde von der führenden Forschungsfirma ESI ThoughtLab zusammen mit einer Anzahl von branchenübergreifenden Unternehmen durchgeführt.