Software-definiert, aber sicher
Sicherheit in SD-WAN- und SDN-Umgebungen (Software-defined WAN/Networking) wird zunehmend wichtiger für Netzbetreiber und deren Kunden. Dies wurde zuletzt auf dem diesjährigen MPLS + SDN + NFV World Congress in Paris deutlich.
Software-definierte Netzwerke verursachen neue Sicherheitsherausforderungen, da das Netzwerk eng mit den Dienstanwendungen verbunden ist. Cyberangriffe erfolgen in mehreren Phasen: Ausnutzen von Sicherheitslücken in einer Anwendung oder in einem Betriebssystem, gefolgt von der Ausführung von Malware, der Einrichtung von Command-and-Control-Kanälen und schließlich dem Erreichen des Ziels, beispielsweise der Diebstahl von Daten oder die Verursachung von Schaden durch böswillige Aktivitäten. Immer wieder tauchen neue Angriffe auf, einige sind völlig neu, andere sind weiterentwickelte Versionen von zuvor beobachteten Angriffen.
Sobald Daten gestohlen werden, ist es oft unmöglich, sie vollständig wiederherzustellen oder deren Verbreitung zu verhindern, denn Kopien dieser Daten lassen sich einfach erstellen und in Umlauf bringen. Bei herkömmlichem Diebstahl ist dies anders, denn ein physischer Gegenstand kann zurückerlangt und an den rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden. Es ist daher nach Meinung von Palo Alto Networks wichtig, eine Sicherheitsposition zu definieren, die auf Prävention ausgerichtet ist, damit die Daten gar nicht erst abhandenkommen.
Eine echte Präventionsstrategie muss in der Lage sein, zu verhindern, dass die Bedrohungsaktivitäten im Verlauf des Drehbuchs ausgeführt werden. Cyberbedrohungen können viele Formen annehmen und sind nicht immer offensichtlich für das Angriffsopfer. Jeder Schritt innerhalb des Drehbuchs kann harmlos erscheinen, aber zusammengefügt kann er einen raffinierten Angriff sichtbar machen. Als gute Analogie nennt Palo Alto Networks ein Puzzle: Erst wenn alle Teile zusammengefügt sind, ist das vollständige Bild sichtbar.
Die Sicherheitsstrategie und die zugrundeliegende Technologie müssen nach Meinung der Sicherheitsexperten die erforderliche Sichtbarkeit bieten, um einen Angriff zu erkennen. Es muss möglich sein, die Anwendungen zu identifizieren, sicherzustellen, dass sie sich korrekt verhalten, und zu validieren, dass sie nicht kompromittiert wurden. Idealerweise sollte die Sicherheitslösung in der Lage sein, die Anwendungen, die erforderlich sind, auf die Whitelist zu setzen und den Rest einzuschränken. Sie muss den Zugriff auf Websites, die mit bösartigen Aktivitäten in Verbindung stehen, erkennen und verhindern, den Inhalt überprüfen und sicherstellen, dass er keine Malware enthält.
Die größere Herausforderung, wenn es gilt, präventive Sicherheit aufrechtzuerhalten, ist der Umgang mit bisher unbekannten Bedrohungen, sogenannten „Zero-Day“-Exploits oder -Malware. Hierbei ist ein höheres Maß an Komplexität gegeben. Um dieses Problem zu lösen, bedarf es der Rechenleistung der Cloud, die eine zunehmend wichtige Rolle bei der Erkennung und schnellen Analyse neuer Bedrohungen spielt.
Wenn ein Kunde bei einem Serviceprovider eine sichere Dienstleistung erwirbt, ist das Ziel, eine Sicherheitsverletzung zu verhindern. Die Sicherheitsmaßnahmen sollten effektiven Schutz vor bekannten und unbekannten Bedrohungen bieten. Die Auswahlkriterien sollten sich nach den Sicherheitsanforderungen richten, ob das richtige Design und die richtigen Komponenten vorliegen. Nur weil etwa ein Netzwerkgerät vorinstallierte Sicherheit aufweist, bedeutet das nicht, dass es den spezifischen Sicherheitsanforderungen in einer SDN- oder SD-WAN-Umgebung gerecht wird. Wiederherstellung und Datenverlust können sehr teuer sein, was nicht vergessen werden sollte, wenn es um die Sicherheitsstrategie und erforderliche Investitionen geht.
Als mögliche Lösung nennt Palo Alto Networks die Security Operating Platform. Diese automatisiert den präventiven Schutz vor erfolgreichen Cyberangriffen. Sie kann flexibel in einer offenen SDN- oder SD-WAN-Architektur eingesetzt werden und ermöglicht Unternehmen den Aufbau einer sicheren Umgebung. Die Plattform wird bereits von vielen Mobilfunknetzbetreibern, Managed-Security-Serviceprovidern und MSO-Kabelnetzanbietern (Multiple System Operator) für ihre Infrastruktur-, IT-, Rechenzentrums- und Sicherheitsanwendungen eingesetzt.
Druckversion Software-definiert, aber sicher
Zum Thema
-
2018-08-08
Darauf kommt es bei SD-WAN wirklich an
Was Technologieanbieter nicht erzählen: Software-Defined WAN (SD-WAN) gilt besonders bei der Standortvernetzung als Mittel der Wahl. Unternehmen und Organisationen können damit ihre Netzwerkkosten senken und die Performance steigern. Doch während auf dem bunten Papier der Marketing-Prospekte jede SD-WAN-Lösung in den schönsten Farben glänzt, gilt es für Interessenten, die wesentlichen Aspekte im Auge zu behalten. mehr Darauf kommt es bei SD-WAN wirklich an
-
2018-07-06
EVPN-VXLAN Fabric für Unternehmens-Rechenzentren und Campus-Netzwerke
Juniper Campus- und SD-WAN-Erweiterungen von Juniper erleichtern Unternehmen den Weg in eine sichere und automatisierte Multi-Cloud. Juniper Networks erweitert sein Campus-Portfolio um die EVPN-VXLAN-Fabric. Damit ermöglicht das Unternehmen eine gemeinsame Architektur für Campus- und Rechenzentrum-Fabrics und vereinheitlicht heterogene Infrastrukturen. mehr EVPN-VXLAN Fabric für Unternehmens-Rechenzentren und Campus-Netzwerke
-
2018-07-18
Robuste Netzwerkanforderungen und SD-WAN
Ohne Internetkonnektivität, möglichst in Breitband, geht heute kaum etwas. Auch nicht auf Baustellen oder bei Rettungseinsätzen der Feuerwehr. Baucontainer und Einsatzfahrzeuge sind IT-seitig wie kleine Unternehmenszweigstellen anzusehen. Und so müssen sie von der IT auch gehandhabt werden. Wie SD-WAN für eine stabile Internetkonnektivität im sogenannten Ruggedized Umfeld sorgt und dabei die Arbeit von IT-Verantwortlichen erleichtert, illustriert dieser Artikel; von Sascha Kremer *) mehr Robuste Netzwerkanforderungen und SD-WAN
-
2018-05-08
Schnelle Einführung von Software-Defined Storage
Red Hat liefert ab sofort Red Hat Storage One aus. Dabei handelt es sich um einen neuen Ansatz von hochskalierbarem Enterprise Storage, der Anwendern den Komfort Hardware-optimierter Speichersysteme, kombiniert mit der Flexibilität und Leistung von Software-Defined Storage, bereitstellt. mehr Schnelle Einführung von Software-Defined Storage
-
2018-04-25
SD-WAN-as-a-Service-Paket für den IoT-Einsatz
Cradlepoint bietet seit kurzem seine SD-WAN-Lösung in branchenspezifischen as-a-Service-Modellen an. Der Hersteller von cloudbasierten 4G-LTE-Netzwerklösungen startete dieses neue, lizenzbasierte Produkt- und Preismodell mit einem Lösungspaket speziell für Filialen, gefolgt von einem Paket für den mobilen Einsatz. Nun kommt mit dem „NetCloud Solution Package for IoT” ein All-inclusive-Paket für IoT-Anwendungen auf den Markt. mehr SD-WAN-as-a-Service-Paket für den IoT-Einsatz
-
2018-04-08
SD-WAN
Dell EMC hat seine Virtual Edge Platform (VEP) angekündigt, die erste Lösungsfamilie für softwaredefinierte Wide Area Networks (SD-WAN) auf Grundlage des neuen Prozessors Intel Xeon D-2100. Damit können Organisationen ihr Network Edge über universelle Teilnehmer-Endgeräte (universal Customer Premise Equipment, uCPE) mit der Cloud verbinden. Die neuen, virtualisierten Lösungen verbessern oder ersetzen teure Zugangshardware, die ausschließlich fest definierte Funktionen bietet. mehr SD-WAN
-
2018-06-08
Weniger ist mehr
Die Vorteile von Hyperkonvergenz und Virtualisierung im Security-Management nutzen; von Frank Charvet *) mehr Weniger ist mehr
-
2018-05-08
Virtuelle private Netzwerke (und warum VPNs für SD-WAN wichtig sind)
Internetbasierte virtuelle private Netzwerke wurden in den 1990er Jahren durch die Bereitstellung kostengünstiger Verbindungen über das unsichere Internet hinweg bekannt. Die VPNs stellen auch die Grundlagen für die heutige SD-WAN-Technologie bereit. mehr Virtuelle private Netzwerke (und warum VPNs für SD-WAN wichtig sind)
