2018-06-16 08:26:01

Hygienestandards im Umgang mit Patientendaten und Technologien

Cyberangriffe auf Krankenhäuser können verheerende Folgen haben – vom Datenverschluss bis hin zum Geräteausfall reichen die Szenarien. Darum kann es mitunter sogar lebenswichtig sein, verwendete Software und Technologien hygienisch rein, auf dem neuesten Stand der Technik zu halten.

Die e-Health Konferenz der Arbeits-gemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) findet am 19. Juni zum mittlerweile 13. Mal statt. Unter dem Titel „200. Geburtstag Ignaz Semmelweis. Hygiene/Datenhygiene – Patienten-sicherheit/Datensicherheit“ schlägt die Veranstaltung die Brücke zwischen dem vor zwei Jahrhunderten geborenen „Erfinder der Händehygiene“ und dem gesunden Umgang mit Daten und Technologien im modernen Gesundheitswesen.

„So wie seinerzeit der Mediziner Semmelweis für die Einführung von Hygienestandards in Krankenhäusern eintrat, so gilt es auch heute im Zeitalter der Digitalisierung, bei der Verarbeitung von Patientendaten hygienisch zu arbeiten“, erklärt Dipl. Ing. Bernhard Göbl, ADV-Vizepräsident, und fügt hinzu: „Nur so können wir die Daten der Patienten und letztlich auch die Menschen selbst vor beispielsweise fehlerhafter Übermittlung von Gesundheitsdaten, und daraus folgend unpassenden Therapien, schützen.“ Göbl, der sowohl Leiter als auch Moderator der Konferenz ist, sieht im IT-Sektor vor allem in Cyberbedrohungen die Infektionsrisiken des 21. Jahrhunderts. Entsprechend seien Security- und Datenmanagement die erforderlichen Hygienemaßnahmen im Umgang mit Gesundheitsdaten.

Semmelweis‘ Erkenntnisse

Im Rahmen der Konferenz erinnert Dr. Bernhard Küenburg, Präsident des in Wien ansässigen Semmelweis Vereins, in seinem Vortrag „Semmelweis und die Auswirkungen aufs Jetzt“ an Leben und Werk des 1818 in Budapest geborenen Arztes. Dieser führte eine konsequente Handdesinfektion mit Chlorlauge an der ersten Geburtsklinik in Wien ein und konnte so die Sterblichkeitsrate von Frauen und Kindern am Kindbettfieber nahezu auf Null senken. „Man kann ohne Übertreibung sagen, dass die gesamte moderne Spitalshygiene und Antisepsis auf den Erkenntnissen von Semmelweis beruht“, hebt Küenburg hervor, „viele halten sie für die wichtigsten der modernen Medizin.“ Doch: Laut der Europäischen Behörde ECDC sterben in Europa jährlich 150.000 Menschen direkt oder indirekt an Spitalskeimen. „Es scheint“, so Dr. Küenburg, „als wäre hier noch ein weiter Weg zu gehen.“

Anmeldung

Das Veranstaltungsprogramm wird laufend aktualisiert und ist auf der ADV-Website zu finden – hier können sich Teilnehmer auch direkt anmelden.

mat

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