2018-08-20 08:08:13

Mikroplastik-Flut ist Bedrohung für die Arktis

Neue Studie des Alfred-Wegener-Instituts weist Rekordkonzentration von Mikroplastik in arktischem Meereis nach.

Experten des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven konnten mit einer Studie beweisen, dass die Konzentration von Mikroplastik im arktischen Meereis inzwischen bei mehr als 12.000 Partikeln pro Liter liegt. Diese hohe Zahl ergibt sich sowohl aus besseren Forschungsmethoden - immer kleinere Partikel können nachgewiesen werden - als auch aus den zunehmenden Mikroplastik-Mengen in den Weltmeeren. Greenpeace warnt vor den damit verbundenen Gefahren für Mensch und Umwelt und fordert EU-weite Maßnahmen.

"Diese Zahl ist erschreckend hoch. Umso wichtiger ist, dass durch bessere Forschungsmethoden endlich das wahre Ausmaß der Mikroplastik-Verseuchung gezeigt werden kann. Es ist inzwischen sonnenklar: Es muss etwas passieren. Mikroplastik zerstört Meeresböden, vergiftet Meerestiere und somit auch uns. Reine Aufräumaktionen werden das Problem nicht lösen, wir müssen endlich anfangen, unseren Plastikverbrauch radikal an der Quelle zu verringern", sagt Nunu Kaller, Konsumentensprecherin von Greenpeace in Österreich.

In der EU könnten dafür schon Mitte Mai die Weichen gestellt werden, wenn die EU-Kommission die Vorschläge zur Umsetzung des EU-Kreislaufwirtschaftspakets vorlegt. "Wir brauchen so schnell wie möglich EU-weite Maßnahmen gegen den unaufhaltsam wachsenden Müllberg an Plastikverpackungen", so Kaller.

mat

Druckversion