2018-08-26 09:11:46

Fernab vom realen Bedarf

Idealer Geschäftsauftritt, aber weniger für die Kunden.

Wodurch zeichnet sich eine ideale IT aus? Sie stützt optimal optimierte Geschäftsabläufe. So bilden IT und Geschäft eine dynamische und einfach anpassbare Einheit. Dafür, dass Beides, IT und Geschäft, immer optimal funktionieren, gibt es das allumfassende Architektur-Management. So, die IT-Hersteller, klappt es mit dem effizienten und effektiven Geschäftsauftritt.

Im Marketing der Hersteller funktioniert der ideale Geschäftsauftritt immer, in der Einsatzrealität aber selten. Dafür gibt es viele Gründe. Das Architektur-Management lebt vom Modell optimierter, also automatisierter Geschäftsprozesse. Doch genau die kommen in den Unternehmen unter technischen und organisatorischen Widerständen nur langsam voran. Deshalb kann auch die ideale, prozessgefügige IT in den Unternehmen nur bedingt greifen, auf Kosten ihrer Rentabilität. Deshalb gehen die Unternehmen aus betriebswirtschaftlicher Sicht nur zögerlich daran, ihre gewachsene IT-Landschaft teuer zu modernisieren. Und das Architektur-Management? Auch das zeigt noch deutliche funktionale Lücken, besonders jenseits der Grenzen des Enterprise. So haben die meisten Provider für ihre Kunden das umfassende Management noch nicht nachvollzogen. Oder sollte die Prozessoptimierung und -automatisierung, weil in den Unternehmen noch nicht hinreichend auf den Weg gebracht, bei den Providern noch nicht angekommen sein?

Außerdem gibt es für das Gesamtgebilde aus IT, Prozessen und Architektur-Management viele Ideale. Sie sind so spezifisch wie die Vermarktungsidee des marktdominanten IT-Herstellers, der dahinter steht. Und wirklich dahinter stehen bestenfalls noch fünf große Player. Ihre idealisierten Konzepte erzeugen heute, in Zeiten ganzheitlicher Lösungsansätze, mehr denn je Produktabhängigkeiten – und das in voller funktionaler Breite. Für die wenigen verbliebenen Player mag das als herstellerbindende Strategie ideal sein. Den Unternehmen könnte das für ihre IT-Investitionen auf Dauer die Entscheidungsfreiheit und Preismitbestimmung kosten.

Wo bleiben also bei den hohen Verkaufsidealen der IT-Hersteller die geschäftlichen Ideale ihrer Kunden wie Einsparungen, Produktivitätsgewinne, Anpassungsfähigkeit sowie flexible Investitions- und Preisentscheidungen?: leider meist auf der Strecke. Und die IT-Größen? Sie interessiert – auf dem absoluten Börsen- und Verdrängungstrip - immer weniger der reale IT-Bedarf ihrer Kunden.

Ihr Hadi Stiel

had

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