2018-09-19 18:08:27

Die Zukunft des Network Performance Managements

Wir leben in einer aufregenden Zeit. Unzählige neue Technologien verändern die Netzwerke und die bereitgestellten Zugriffe auf die Daten. Die Cloud, IoT, das Edge Computing und das Machine Learning bieten den Unternehmen neue Möglichkeiten zur digitalen Transformation ihrer Geschäftsabläufe. Da diese Technologien von ordnungsgemäß funktionierenden Netzwerken abhängig sind, stellt die Netzwerkkontinuität eine der Schlüsselkomponenten für den Erfolg der neuen Dienste dar.

Es ist kein Geheimnis, dass neue Technologien die Bereitstellung der Dienste über die Netze immer weiter verbessert. Angesichts der Vielzahl an Geschäftsanforderungen, die inzwischen auf einer funktionierenden IT basieren, stellt die Leistung vieler ihrer Netzwerke für die meisten Unternehmen ein Problem dar. Daher ist es wichtig, dass wir die Veränderungen im Markt fest im Blick behalten, um fundierte strategische Entscheidungen treffen zu können. 

Das Unternehmen Enterprise Management Associates (EMA) hat kürzlich seine Studie zum Thema „Netzwerkmanagement“ (http://www.enterprisemanagement.com/research/asset.php/3599/Network-Management-Megatrends-2018:-Exploring-NetSecOps-Convergence,-Network-Automation,-and-Cloud-Networking ) veröffentlicht. Diese Studie erstreckt sich über folgende Themen:

  • Auswirkungen und Herausforderungen durch die Cloud-Dienste
  • Verbesserte Netzwerk-Tools
  • Konvergenz zwischen Betrieb (NetOps) und IT-Sicherheit,
  • Netzwerkverwaltung und die geschäftlichen Auswirkungen auf das Unternehmen.

Aus der Studie wurden die folgenden sechs Trends für den Bereich des Netzwerkmanagements abgeleitet:

Neue IT-Initiativen beeinflussen die Prioritäten des Netzwerkmanagements

In den vergangenen Jahren gehörte die Server-Virtualisierung mit großem Abstand zu den treibenden Kräften bei der Veränderung der Netzstrukturen. Tatsächlich gaben fast die Hälfte (49 Prozent) der befragten IT-Experten an, dass die Einführung dieser Technologie im Jahr 2016 zu ihren ihre wichtigsten Aufgaben gehörte. Diese Nennung kommt in der Studie 2018 nicht mehr vor und das Thema ist nach nur zwei Jahren von der Agenda der IT-Manager verschwunden.

Laut EMA dominieren die softwaredefinierten Datenzentren, die Public Clouds, Dienste wie Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und private Clouds die derzeitige Diskussion und sind somit die einflussreichsten Treiber hinter den Entscheidungsprozessen im Netzwerkmanagement. Diese Verlagerung der Themen macht Sinn, da diese Technologien für die Netzwerkmanagementprozesse neuer Möglichkeiten und Komplexitäten bereitstellen. Die Unternehmen benötigen heute Lösungen, die einen ganzheitlichen Einblick in die Netz-Performance bietet.

Mit zunehmender Netzwerkkomplexität steigt auch die Komplexität und die Beseitigung von Performance-Problemen wird schwieriger. Nur durch eine umfassende Transparenz in den physikalischen Netzwerken, den virtualisierten Umgebungen und den Cloud-Ressourcen lassen sich Netzwerkprobleme effektiv analysieren, identifizieren und beheben.

Cloud-Dienste überschwemmen die Unternehmen und stellen neue Herausforderungen an die Überwachung

Trotz der zunehmenden Verbreitung von Cloud-Lösungen muss sich die IT weiterhin auf gut funktionierende Transportressourcen kümmern. Auf die Frage, welche Anwendungen bzw. Datentypen in ihren Netzwerken am häufigsten vorkommen, haben 60 Prozent der EMA-Umfrageteilnehmer den externen öffentlichen Cloud-Verkehr als ihre „Nummer 1“ genannt. Die Befragten schätzten, dass fast die Hälfte (45 Prozent) ihres gesamten Netzwerkverkehrs in externe Clouds übermittelt wird.

Die Überwachung und das Management dieser Netzwerkressourcen stellt eine extreme Herausforderung dar. Tatsächlich gaben nur 15 Prozent der Netzwerkmanager an, dass sie mit denen ihnen zur Verfügung stehenden Lösungen die Clouds überwachen können. Woran liegt das? Die meisten Netzmanagementlösungen sind für solche Aufgaben nicht ausgelegt. Fast 60 Prozent der befragten Personen sagen, dass sie neue Überwachungs- und Fehlerbehebungstools für ihre Cloud-Dienste benötigen würden. Etwa 14 Prozent der Befragten sind noch auf der Suche nach der richtigen Lösung

Die richtige Sichtbarkeit der Cloud-Lösung hängt davon ab, wofür die Cloud genutzt wird. Ein Software-as-a-Service erfordert möglicherweise die Überwachung von Service-Levels, während Infrastructure-as-a-Service-Plattformen (beispielsweise AWS und Azure) parallel zu den darauf ausgeführten Anwendungen überwacht werden müssen. Das Aufkommen der Cloud-Dienste hat den Bedarf nach besseren Einblicken in die Performance von hybriden Umgebungen weiter erhöht. 

Patchwork-Management-Lösungen plagen die Netzadministratoren

Zu den größten Herausforderungen von Netzadministratoren im Jahr 2018 gehören die fragmentierten Lösungen zur Verwaltung der Ressourcen. Fast ein Drittel der IT-Teams nutzt elf oder mehr aktive Werkzeuge um die firmenweiten Netzwerke zu überwachen bzw. um die darin auftretenden Fehler zu beheben.

Fast die Hälfte (49 Prozent) verwendet zwischen vier bis zehn Werkzeuge. Natürlich sind die meisten Netzwerkteams mit so einer großen Anzahl an Fehleranalysewerkzeugen oft überfordert und leiden bei der Ermittlung von Netzwerkproblemen unter dem extrem großen Aufwand, den sie bei einem Netzausfall handhaben müssen.

Die mangelnde Sichtbarkeit ist ein großes Hindernis, wenn es um den Netzbetrieb auf Basis eines größeren Toolsets geht. Auch leidet oft die Interoperabilität beim Einsatz verschiedenartiger Werkzeuge. Die Praxis hat bewiesen, dass die Netzadministratoren durch die Nutzung mehrerer paralleler Managementlösungen leicht die Übersicht verlieren und die bereitgestellten Daten schneller übersehen.

Unabhängig davon, wie groß die zur Verfügung gestellten Budget sind oder auf welche Art von IT-Ressourcen zugegriffen werden kann, es ist nicht praktikabel, die Netzadministratoren auf eine große Anzahl von Tools zu schulen und permanent auf deren neuesten Stand zu halten. In der Regel konzentriert sich jeder IT-Administrator auf wenige Lieblingswerkzeuge und sind sich ihres Verlustes an Sichtbarkeit und Funktionalität nicht bewusst. Die Lösung für dieses Problem besteht darin, die bestehenden Administrationslösungen zu konsolidieren und somit die gesamter IT effektiver und wirtschaftlicher zu machen.

Netzfunktionen und IT-Sicherheitsfunktionen konvergieren

Die Tage als die Netzadministratoren und die IT-Sicherheitsteams isoliert voneinander gearbeitet haben, liegen lange hinter uns. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Gruppen ist inzwischen viel häufiger als noch vor einigen Jahren. Etwa 40 Prozent der EMA-Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie vollständig mit der IT-Sicherheit im eigenen Unternehmen kooperieren. Bei 35 Prozent der Unternehmen wurde sogar sogar damit begonnen, die Sicherheit zur Risikoreduzierung im Bereich des Netzwerkmanagements zu nutzen. Die meisten Netzverantwortlichen wissen inzwischen, dass deren Überwachung der Netzwerkressourcen und die Netzanalyse ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum sicheren Unternehmen darstellt. Aus diesem Grund müssen die Netzprozesse eng mit den Sicherheitsprozessen verzahnt werden. Die zweit- und dritthäufigste Ursache für komplexe IT-Probleme ist auf Sicherheitslücken und falsch konfigurierte Sicherheitssysteme zurückzuführen. Aus diesem Grund muss die Zusammenarbeit zwischen den Netzadministratoren und der IT-Sicherheit verbessert und die Sicherheit noch tiefer in das Netzwerk integriert werden. Es gibt keinen Grund mehr, den sicheren Betrieb nicht als eine der wichtigsten Bausteine der Netzwerk-Performance zu begreifen.

Die Datenquellen für das Netzmanagement verändern sich kontinuierlich

Noch vor ein paar Jahren standen sich unterschiedliche Konzepte beim Netzwerk-Performance-Management gegenüber. NetFlow-Anhänger kämpften gegen die Paketorientierten Lösungsansätze. Es wurden intensive Debatten darüber geführt, ob ein aktives oder ein passives Netzmanagement die bessere Lösung darstellte. Device-Logs wurden mit Netzwerkelement-APIs verglichen. Diese Zeit scheint endlich hinter uns zu liegen. Im Arbeitsalltag hat sich inzwischen herausgestellt, dass die Diskussionen darüber, welche Datenquellen für das Netzwerkmanagement am besten geeignet sind, zunehmend irrelevant werden.

Laut EMA werden inzwischen für eine nachhaltige Netzverfügbarkeit und Performance-Überwachung folgende Datenressourcen genutzt: Testdatenverkehre, APIs von Managementsystemen und die Analyse der übermittelten Datenpakete. Die am häufigsten genutzten Datenquellen für die Fehlersuche im Netzwerk sind die APIs der Managementsysteme und die Daten der Paketanalysen. Zukünftig müssen daher in den Netzwerken die unterschiedlichen Datenquellen koordiniert werden. Dadurch verbessert sich die Informationslage und die gesammelten Informationen lassen sich im Problemfall besser miteinander verknüpfen. In der Praxis zeigt beispielsweise NetFlow an, wo ein wahrscheinliches Problem aufgetreten ist. Die Datenflussanalyse lokalisiert einen Problembereich genauer und anhand der Paketinformationen wird anschließend die wahre Ursache des Fehlers ermitteln.

Das Netzwerkmanagement wird in den Unternehmen zunehmend als Outsourcing-Service realisiert

Laut EMA lagern 58 Prozent der Unternehmen zumindest einige Aspekte des Netzwerkmanagements an externe Dienstleister aus. Dies ist gegenüber den Zahlen aus dem Jahr 2014 eine Steigerung von mehr als 20 Prozent. Diese Verschiebung beschreibt sehr genau den Weg, den ein großer Teil des IT-Marktes geht: Die Unternehmen suchen die Unterstützung durch Managed Service Provider (MSPs). Die Unternehmen betreiben viele IT-Ressourcen nicht mehr selbst, sondern lagern diese an externe Dienstleister aus. Das Outsourcing reicht inzwischen von den WLAN-Netzwerken und den Support, eine 24x7-Netzwerküberwachung, die Kontrolle der Datencenter bis hin zu einer kompletten Infrastrukturverwaltung und -konfiguration. Vor der Entscheidung, welche Funktionen an einen externe MSP-Partner auslagert werden sollen, muss die Frage geklärt werden, mit welchen Daten der interne Netzwerkmanager versorgt und wie dieser auf die gesammelten Managementinformationen zugreifen kann.

Fazit

Was ist das Fundament der unterschiedlichen Themenbereiche beim Netzwerkmanagement im Jahr 2018? Was verbindet die jeweiligen Fragestellungen?  Die Antwort lautet: Eine umfassende Sichtbarkeit auf die Daten. Die Verfügbarkeit der Netzressourcen hängt nicht nur von der Fähigkeit der Netzadministratoren ab, umfassende Einblick in die Vorgänge in den Netzwerken zu erhalten, sondern auch, wie schnell und effizient auf Probleme reagiert werden kann. Der Fokus der Netzadministration wird sich auch in den kommenden Jahren kontinuierlich verändern. Was jedoch konstant bleiben wird, ist die Notwendigkeit, einen optimalen Netzbetrieb bereitstellen zu müssen.

mat

Druckversion