2018-08-08 06:28:39

Crypto-Mining-Angriffe auf Rechenzentren nehmen zu

Cryptojacking hat Ransomware den Rang abgelaufen

Cryptojacking hat Ransomware den Rang abgelaufen

Von September 2017 bis Januar 2018 stieg die Anzahl verzeichneter Cypto-Miner-Attacken um 130 Prozent. Im gleichen Zeitraum sank die Anzahl an Ransomware-Attacken deutlich.

Ransomware war bisher die erste Wahl von Cyberkriminellen und bedeutete eine ernste Bedrohung für Unternehmen und Endanwender gleichermaßen. Diese Technik zur Monetarisierung von Cyberangriffen, die die Wellen von Attacken wie WannaCry oder Petya hervorgebracht hat, generierte für Cyberkriminelle Milliarden-Einnahmen, die sie sich in Kryptowährung bezahlen ließen. Als jedoch zu Ende letzten Jahres der Wert von Bitcoin auf über 20.000 US-Dollar pro Einheit anstieg, wurde Krypto-Mining, im Jargon auch Cryptojacking genannt, profitabler als Lösegeldzahlungen. Entsprechend sattelten die Angreifer um und begannen mit der Entwicklung von Angriffen auf Rechenzentren. Diese werfen bereits bei einem wenige Stunden andauernden Hacking-Erfolg ordentliche Erträge an Kryptowährung für die Eindringlinge ab. Ein Beispiel für Cryptojacking-Angriffe ist WannaMine. Auch der Exploit EternalBlue wird dafür genutzt.

Rechenzentren werden als Hacking-Ziel immer lukrativer

Die gängige Meinung war bisher, dass eher Endgeräte einer Bedrohung für Krypto-Mining ausgesetzt sind. Da Rechenzentren deutlich mehr Rechenleistung und Ressourcen haben, wenden sich Angreifer jedoch mehr und mehr diesen Zielen zu. Ein erfolgreicher Angriff auf ein Rechenzentrum und die erfolgreiche Platzierung von Mining-Software kann einen enormen Umsatz für Cyberkriminelle generieren, selbst wenn er nur ein paar Stunden andauert, bevor er entdeckt wird. Um bei Rechenzentren erfolgreich zu sein, betten Angreifer in ihre neuen Cryptojacking-Angriffe Stealth-Taktiken ein. Das bedeutet, dass es unter Umständen sehr lange dauert, bis sie erkannt werden. Unternehmen, die beispielsweise auf Infrastruktur-as-a-Service-Angebote mit automatischer Ressourcenbereitstellung setzen, bemerken den Angriff oft erst, wenn die Rechnung für die genutzte Rechenleistung bei ihnen eintrifft.

Auch das Aufkommen von browserbasierten Mining-Clients, wie etwa CoinHive hat eine neue Welle von Angriffen ausgelöst, da Cyberkriminelle damit einen neuen, effizienteren und profitableren Weg gefunden haben ihre Schadsoftware zu platzieren. Laut Bitdefender-Experten nutzen Kriminelle vornehmlich dateilose Techniken und Exploits, um Organisationen zu infiltrieren.

So schützt man sowohl Rechenzentren als auch Endpunkte vor Cryptojacking

Fortschrittliche Arten von Cryptojacking werden von traditionellen Sicherheitslösungen oft nicht erkannt. Um Rechenzentren und virtuelle Infrastrukturen vor diesen Angriffen zu schützen, bedarf es eines Sicherheitsansatzes, der mehrere Ebenen umfasst und zahlreiche Verteidigungstechnologien für physische, virtuelle und hybride Systeme – sowohl On-Premises als auch in Cloud-Umgebungen – kombiniert. Mehrschichtige Lösungen umfassen zum Beispiel Prozessüberwachung, Sandboxing und Angriffserkennung durch Machine Learning und können Angriffe mit Cryptojacking-Malware sowohl auf Rechenzentren als auch auf Endgeräte erkennen.

Auch wenn der Wert von Bitcoins nach dem letztjährigen Hype wieder abgeflaut ist, ist mit einem Abnehmen von Cryptojacking in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Da die erforderliche Rechenleistung für den erfolgreichen Abbau von Kryptowährung ständig zunimmt, werden sich Kriminelle umso mehr auf Rechenzentren konzentrieren, weil diese die nötige Rechenleistung zum profitablen Abbau bereitstellen.

mat

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